Human Resource
Veröffentlicht vor 5 Jahre, 3 Monate

Betriebliches Case Management – Unterstützung nach Bedarf

Fehlzeiten belasten die Betriebe, die Vorgesetzten und die Kollegen, aber auch die Erfolgsrechnung. Besonders problematisch und kostenträchtig sind dabei die Langzeitabwesenheiten. Über die Hälfte aller Ausfalltage werden durch Fehlzeiten mit einer Dauer von über 4 Wochen verursacht, 1/3 aller Ausfalltage entstehen durch die 2% Ausfälle, welche über 12 Wochen dauern. Diese Fälle bringen ein hohes Risiko für eine gesundheitsbedingte Berentung mit sich. Ein Betriebliches Case Management hilft Risikofälle frühzeitig zu erkennen, geeignete Massnahmen zu einer raschen beruflichen Reintegration zu treffen und so die Betriebe und die Vorgesetzten zu entlasten sowie einen hohen wirtschaftlichen Nutzen zu erzielen.

Case Management ist ein Unterstützungsangebot für Mitarbeitende mit gesundheitlichen Problemen infolge Krankheit oder Unfall. In einem systematisch geführten Prozess werden auf den individuellen Bedarf abgestimmte Dienstleistungen erbracht, um Reintegrationsziele zu vereinbaren und diese effizient zu erreichen. Bei der Umsetzung bestehen unterschiedliche Ansätze und Schnittstellen. Aus Sicht der Versicherungen bestehen dabei nicht immer die gleichen Bedürfnisse wie für den Arbeitgeber oder dessen Pensionskasse. Betreffend der Fallselektion werden häufig die Einschlusskriterien zur Aufnahme einer verunfallten oder erkrankten Person aufgrund der langjährigen Erfahrung zur Ausfalldauer bei bestimmten Krankheits- oder Unfallkategorien erstellt. Die Versicherungen setzen den Fokus auf kostenträchtige Fälle wie z.B. Schwerstverletzte, schwere Rückenproblematiken oder Halswirbelsäulenverletzungen. Weil der Arbeitgeber bei dieser Vorgehensweise auf die Fallauswahl keine Einwirkung hat, sind die Unternehmen vielmals enttäuscht. Hier bietet sich ein Betriebliches Case Management (BCM) an, eine Variante des Case Managements, welche die internen Unternehmensabläufe unterstützt und eine direkte Einflussnahme des Betriebs ermöglicht.

Beim BCM werden die Abläufe und die Schnittstellen im Unternehmen so festgelegt, dass:

  • Eine frühzeitige Erfassung der Risikofälle und eine rasche Reaktion möglich ist;
  • Der Betrieb bei der Triage der Fälle massgeblich beteiligt ist;
  • Schlanke und effiziente Prozesse von der Erfassung der Risiken bis zum Abschluss eines Falles bestehen und unnötige Schnittstellen vermieden werden;
  • Reintegrationen rasch und betriebsspezifisch umgesetzt werden;
  • Die Erkenntnisse auch in den Präventionsbereich einfliessen;
  • Alle Beteiligten den Prozess und die dahinterstehenden Überlegungen kennen.

Erkennen von Risiken

Je länger ein gesundheitliches Problem dauert, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Berentung entsteht. Somit ist ein frühzeitiges Erkennen der Risiken und eine gezielte Betreuung der Person wichtig. 93% der Fehlzeiten dauern weniger als einen Monat. Leider ist es jedoch nicht so einfach am Anfang einer Fehlzeit eine Prognose zu deren Dauer zu erstellen. Denn neben der medizinischen Gesundheitsproblematik spielen viele Faktoren eine Rolle. Im BCM werden basierend auf medizinischen und arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen festgelegte Indikatoren verwendet um eine Triage vorzunehmen. In der Regel erfolgt diese im ersten Schritt durch das HR und wird bei Unsicherheit durch eine Fachperson in einem Triagegespräch unterstützt. Der Betrieb sitzt hier im „Driver’s Seat“ und führt eine Triage nach vordefinierten Kriterien durch.

Prüfung Reintegrationspotential

Wird gemäss Triagegespräch ein Case Management in einem Fall notwendig und der Klient ist damit einverstanden, findet ein Erstgespräch mit dem Case Manager statt, in dem der Prozess und die Ziele kommuniziert werden. Besteht weiterhin ein Einverständnis des Klienten, erfolgt ein Assessment, bei dem die gesundheitliche Situation-, die Situation am Arbeitsplatz-, und in der Regel auch das persönliche, soziale Umfeld analysiert werden.

Förderung

Ein Case Management findet nur dann statt, wenn seitens des Klienten der Wille da ist, das vorhandene Integrationspotential durch sein Mitwirken günstig zu unterstützen und zu beeinflussen. Dabei wird zu Beginn ein Reintegrationsplan mit Zielen und einem Massnahmenplan formuliert. Stimmen die Ziele für den Klienten, den Betrieb und allfällige weitere Kostenträger (KTG, PK, IV), erfolgt die Integrationsphase.

Integration

Die Begleitung durch den Case Manager räumt in dieser für den Klienten häufig schwierigen Zeit vorhandene Stolpersteine aus dem Weg. Anzugehende Prozesse werden beschleunigt und die verschiedenen Akteure werden durch den Case Manager koordiniert. Im Betrieb sucht der Case Manager in enger Zusammenarbeit mit dem Personalwesen und anderen betroffen Stellen alternative Einsatzmöglichkeiten entsprechend der aktuellen Einsatzfähigkeit („Schonarbeit“). Er organisiert begleitete Arbeitsversuche und hält den Kontakt zu den Versicherungen. Gleichzeitig ist der Betrieb über den aktuellen Stand sowie über die Erreichung des Reintegrationsziels informiert. Dieses Empowerment des Klienten führt dazu, dass er mit grosser Motivation in die Zukunft blickt und seine Rolle im geregelten Erwerbsprozess sieht. Die vorhandenen Ressourcen werden somit nicht auf das bestehende Leiden sondern auf die Reintegration gelenkt.

Nutzen

Betriebswirtschaftlich ergibt sich ein klarer Nutzen. So zeigt beispielsweise das in der kantonalen Verwaltung Zürich umgesetzte Case Management eine Reduktion der Kosten durch gesundheitsbedingte Berentungen und Langzeitabwesenheiten von 5.2 Mio. Franken bei einem Aufwand für das Case Management von 1.4 Mio. Franken. Dies entspricht einer Kosteneinsparung von 2.7 Franken pro eingesetztem Franken. Dazu kommt der menschliche Gewinn für die Betroffenen und die Entlastung der Vorgesetzten.

AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG

AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG stellt Menschen in den Mittelpunkt und unterstützt sie bei der langfristigen Erhaltung der Leistungsfähigkeit. Im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement unterstützt AEH Unternehmen umfassend in den Bereichen Arbeitssicherheit, Arbeitsgestaltung, Führung, Fehlzeiten- und Case Management sowie in Kursen zur Förderung der individuellen Gesundheitsverantwortung und in der medizinischen Betreuung.

Kontaktinfo

Pino Manca

Name Pino Manca
Firma AEH Zentrum für Arbeitsmedizin,Ergonomie und Hygiene AG
Adresse Militärstrasse 76
CH-8004 Zürich

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