Check Liste: Social Media für Unternehmen
Sie sind in aller Munde – Social Media – für die Einen das neue Wundermittel für mehr Wirkung in Marketing und Kommunikation, für andere die Spinnerei einiger Andersdenkender oder – zu einfach geurteilt – der jüngeren Generation.
Social Media schenkt Unternehmen die Nähe zu den Nutzern und Interessenten der eigenen Dienstleistungen und Produkte. Es nimmt ihnen aber gleichzeitig die Macht Information kontrolliert weiter zu geben.
Das ist Segen und Fluch zugleich. Segen, weil das Unternehmen, den echten Bedarf und die Wirkung seiner Dienstleistungen und Produkte abgreifen und auch mit dem Nutzer direkt in Kontakt treten kann. Fluch, weil nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen zu Tage treten und zuverlässig diskutiert und verbreitet werden.
Doch wie in einer guten Diskussion, in einem Ringen, um die beste Lösung lassen sich vermeintlich aufgedeckte Schwächen durchaus in Chancen verwandeln. Damit dies gelingt, sollten dem Unternehmen Spielregeln und Umgang mit Social Media bewusst sein.
Was sind eigentlich Social Media?
Social Media sind laut Wikipedia eine Vielfalt digitaler Medien und Technologien, die es Internetnutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten.
Sender und Empfänger sind hier gleichberechtigt und nutzen Social Media als Dialogplattform. Durch Kommentare, Bewertungen und Empfehlungen setzen sich Nutzer mit Inhalten auseinander, tauschen sich mit dem Sender direkt und auch als Nutzer untereinander aktiv aus. Durch Weiterempfehlungen und Weiterleitungen entstehen virale Effekte und damit potenziell hohe Reichweiten für die Inhalte.
Die Kommunikation erfolgt schnell und spontan. Die Eintrittsbarrieren für die Veröffentlichung und Verbreitung von Inhalten jeder Art sind gering, denn Aktivitäten in Social Networks verursachen geringes Cash-Out, haben unkomplizierte Produktionsprozesse und sind einfach zugänglich. Was allerdings nicht unterschätzt werden darf, ist der zeitliche Aufwand, den Social Media Aktivitäten mit sich bringen.
Warum finden Unternehmen den Einstieg in Social Media?
Für Unternehmen eröffnen Social Media neue Ansatzpunkte, um mit ihrem Umfeld in Kontakt zu treten. Diese neuen Möglichkeiten finden in den Bereichen Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Verkauf, Service, Forschung und Entwicklung, Analyse sowie im Personalwesen statt. Das heisst sämtliche Bereiche, die sich direkt mit den Zielgruppen, ihrem Bedarf und ihrem Verhalten auseinandersetzen, erhalten neue Möglichkeiten, Zugänge und Daten für die Gestaltung von Kommunikation, Dialog und Abwicklung sowie Bedarfs- und Verhaltensdaten.
Ob es nun darum geht, die Bekanntheit des Unternehmens zu steigern und die Besucherzahlen auf der Website zu erhöhen, den Kunden Gebrauchsanweisungen als Video auf youtube zur Verfügung zu stellen, Nutzern die Möglichkeit zu geben, sich untereinander auszutauschen und sich gegenseitig Ratschläge für den Umgang mit Produkten zu geben. Oder ob das Unternehmen darauf abzielt, intensive Beziehungen mit Meinungsführern und potenziellen Bewerbern aufzubauen. All das bis hin zur Einbindung der Nutzer in die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen wird durch Social Media möglich.
Genau das verlangt aber von Unternehmen und den Mitarbeitern neue Denk-, Verhaltens- und Kommunikationsweisen. Deshalb ist ein Unternehmen, das sich Social Media zunutze machen will, aufgefordert sich vorher strategisch und konzeptionell mit dem Thema und den eigenen Zielsetzungen in diesem Umfeld zu beschäftigen. Und es muss genügend Zeit und eventuell auch organisatorische und kommunikative Veränderungen zulassen, um Social Media sinnvoll und zielgerichtet in und für das Unternehmen einsetzen zu können.
Wie finden Unternehmen den Einstieg in Social Media?
Entsprechend hat das Bitkom, der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. in Berlin, eine Checkliste1 für Unternehmen erstellt, die den Einstieg in Social Media suchen. Es empfiehlt folgende 11 Schritte zu durchlaufen:
- Strategie
Für das Unternehmen ist es zunächst wichtig zu beurteilen, in welchen Gebieten Social Media nutzbringend und sinnvoll eingesetzt werden kann. - Ziele
Das Unternehmen sollte sich für Social Media Aktivitäten einerseits messbare quantitative Zielsetzungen verordnen, andererseits aber auch klare und nachvollziehbare qualitative Zielsetzungen benennen. - Organisation
Social Media bedeutet Beziehungsaufbau und in Kontakt treten. Im Unternehmen muss deshalb sicher feststehen, wer die Zeit, die Kompetenz und das Wissen für den Kontakt mit den Nutzern hat. Und dass die Feedbacks schnell und sicher verarbeitet und beantwortet werden können. Wer Social Media steuert und verantwortet muss definiert werden. - Zielgruppe
Das Unternehmen muss herausfinden, welche Zielgruppe es in welchen Plattformen erreichen kann und ob es diese Plattformen nutzen kann, um die eigenen Zielsetzungen zu erreichen. - Inhalte
Inhalte mit Mehrwert für die Nutzer und im richtigen Format für die Plattform zu generieren, ist eine der Voraussetzungen, um als Unternehmen Social Media überhaupt sinnvoll erschliessen zu können. An dieser Stelle muss das Unternehmen Stellung beziehen und die Frage beantworten, ob es Inhalte hat oder generieren kann, die dem Nutzer wichtig sind und ihn in Dialog treten lassen. - Medienmix
Social Media Aktivitäten sind keine isolierten Massnahmen. Sie haben einen Stellenwert im Medienmix, der individuell definiert und mit weiteren Massnahmen in anderen Kanälen integriert wird. - Richtlinien für Mitarbeiter
Unternehmen haben über Aktivitäten in Social Media nicht die volle Kontrolle. Grundsätzlich kann jeder Mitarbeiter sich im Namen des Unternehmens oder auch ganz individuell als Person bewegen. Hier kann nichts erzwungen werden, hier gilt es zu sensibilisieren, rechtzeitig und nachvollziehbar Hilfestellung zu bieten und als Unternehmen eine Persönlichkeit zu entwickeln, die auch von einzelnen Mitarbeitern gelebt und kommuniziert werden kann. - Kontrolle
Social Media ist Dialog. Ein Dialog kann auch negative Aspekte aufgreifen. Darauf muss sich ein Unternehmen im Social Media Umfeld einstellen. Und wie bei einer guten Diskussion ist hier authentische und transparente Auseinandersetzung gefragt, die gute Diskussion entwickelt und plumpen Streit verhindert. Das Internet vergisst nicht. Das sollte man bei der Nutzung von Social Media niemals aus den Augen verlieren. - Aufwand
Social Media ist finanziell günstig zu haben. Einfach betrachtet. Allerdings verlangt Social Media Zeit und Kontinuität. Der Einsatz verändert ein Unternehmen und erfordert neue Denkweisen. Dieser Change sollte nicht unterschätzt werden und bereits in der Planung und Kosten-/Nutzenbetrachtung von Social Media berücksichtigt werden. - Erfolgsmessung
Wer sich engagiert, möchte auch wissen, was das Engagement bringt. Auch im Social Media Umfeld können dafür Kennzahlen herangezogen und entwickelt werden. Diese sollten sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte berücksichtigen. - Monitoring
Unternehmen sollten auf dem Laufenden bleiben und beobachten, was über sie selbst und ihr Umfeld kommuniziert wird.
Empfehlungen für weiterführende Dokumente und Bücher
Wer sich jetzt tiefer mit dem Thema auseinandersetzen möchte, kann dafür die Quellen zu diesem Artikel nutzen und auch weiterführende Inhalte heranziehen. Beides zu finden als Linksammlung unter www.marcom-source.com/social-media.
Wie werden Social Media generell genutzt?
Von den aktiven Internetnutzern weltweit:
- Besuchen 83% Videoportale
- Lesen 70% regelmässig Blogs
- Betreiben rund 40% einen eigenen Blog
- Pflegen 65% ein Social Network Profil
- Besuchen 73% die Social Network Seiten von Freunden
Weitere wichtige Fakten:
- 78 % der Konsumenten vertrauen Empfehlungen aus ihrem Umfeld, nur 14% der Werbung.
- 90% derjenigen, die die Möglichkeit haben, Werbung weg zu klicken, tun dies auch.
- Bei weltweit 200 Mio. Blogs schreiben 34 % der Blogger über Produkte und Marken.
- 25% der Suchresultate der 20 weltgrössten Marken sind Links auf User Generated Content.
- Personen ist es wichtiger, wie ihr Umfeld Produkte und Services bewertet als Google Rankings.
Top 5 der im Marketing meistgenutzten Social Media Tools:
- YouTube
