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Veröffentlicht vor 3 Jahre, 3 Monate

Die Freiheit sich nicht zu ärgern

Ärger ist ein ständiger Begleiter vieler Menschen. Einmal Dampf ablassen schadet sicher nicht, wer hingegen stets „geladen“ ist, lebt ungesund. Dabei hätten wir den freien Willen „Stopp“ zu sagen, bevor wir in die Ärgerfalle tappen.

Da soll man sich nicht ärgern, wenn man am Morgen bei strahlendem Wetter aus dem Hause geht und beim Verlassen des Büros von einem sintflutartigen Platzregen überrascht wird – selbstverständlich hat man den Schirm zu Hause gelassen. Oder der Lieferant hat Ihnen zum x-ten Mal versprochen, die wichtige Lieferung komme morgen. Ihre Kunden machen Ihnen derweil die Hölle heiss. Oder Sie ärgern sich und sind gestresst, weil Sie bis zum Abend einen wichtigen Auftrag erledigen sollten, Ihr Chef aber nicht mit den nötigen Informationen herausrückt. Oder Ihr rücksichtsloser Nachbar setzt wieder einmal mitten in der Nacht seinen Turbo-Staubsauger in Betrieb. Oder, oder, oder: Gründe sich zu ärgern gibt es jeden Tag zuhauf. Wenn sich keine finden, schafft man sich welche, weil man inzwischen auf Ärger konditioniert ist und nicht mehr ohne auskommt. Man wird zum „Ärger-Junkie“, immer leicht reizbar, stets „geladen“. Wenn wir uns ärgern, wütend werden, löst das in unserem Körper eine Reihe von hormonellen Veränderungen aus. Unser Adrenalinspiegel steigt, ebenso i.d.R. unsere Herz- und Atemfrequenz. Der Blutdruck erhöht sich, die Muskeln werden angespannt – man ist bereit zu kämpfen oder zu fliehen.

Ärger mit fatalen Folgen

Dieser menschheitsgeschichtlich sehr alte biologische Mechanismus ist an und für sich eine äusserst sinnvolle Einrichtung. Nur kämpfen oder fliehen wir heutzutage oftmals in Ärgersituationen nicht mehr, sondern die Wut und der Ärger bleiben als negative Gefühle in uns gespeichert. Dort entfalten sie ihre unheilvolle Wirkung. Selbst, wenn wir unseren Ärger verbal rauslassen oder in sportliche Aktivitäten umlenken, ist häufiger Ärger ein Gesundheitsrisiko. Wer sich viel ärgert, neigt zu Herz- und Kreislaufbeschwerden wie Bluthochdruck, Schwindelgefühlen, Herzrasen, und Atembeschwerden. Dass ständiger Ärger Magengeschwüre begünstigen kann, ist eine Binsenwahrheit. Dazu kommen die sozial negativen Folgen bei Ärger und Wut. Freundschaften und Partnerschaften gehen in die Brüche, Geschäftskontakte ebenso. Triftige Gründe sich nicht mehr zu ärgern gäbe es also genug. Nur wie soll das gehen? Sie ärgern sich eben, die Wut überkommt Sie - da helfen keine gut gemeinten Beruhigungsratschläge. Stimmt. Ist man erst einmal verärgert oder wütend, können einen diese negativen Gefühle für Stunden oder im Extremfall für Tage besetzen. Sie müssen nur an den Auslöser Ihres Ärgers denken, und schon sind Sie wieder mitten drin im Strudel. Ärger und Wut sind mächtige Kräfte, die uns – wenn sie uns einmal im Griff haben – nicht mehr so schnell loslassen.

Den Ärgerprozess stoppen

Sind wir also unserem Ärger hilflos ausgeliefert? Ich wage zu behaupten: nein, sind wir nicht. Nach meiner Erfahrung gibt es so etwas wie einen freien Willen, ob man sich auf Ärger und Wut einlassen will oder nicht. Wenn die moderne Hirnforschung diesen freien Willen heute relativiert, sagt sie ja nur, dass unsere Willensfreiheit eine beschränkte ist. Sie haben diese Erfahrung sicher schon selbst gemacht: Es gibt ein Zeitfenster, wo Sie noch entscheiden können, ob Sie sich jetzt ärgern oder wieder abregen wollen. Dieses Zeitfenster ist allerdings sehr klein, umfasst nur Bruchteile von Sekunden. Um es wahrzunehmen, braucht es ein hohes Mass an Achtsamkeit. Oft ist es bereits zu spät und der Ärgerprozess nimmt seinen unheilvollen Lauf. Versuchen Sie trotzdem das nächste Mal, wenn Wut und Ärger in Ihnen hochkommen, diesen kurzen Moment des freien Willens in Ihrem Bewusstsein festzuhalten. Oft fühlt er sich an wie die berühmte „Stille vor dem Sturm“. In diese Stille atmen Sie dreimal tief aus und denken dabei an nichts. Es klappt vielleicht nicht beim ersten Mal, aber wenn Sie diesen „Ärgerpunkt“ mit der Zeit immer besser spüren, werden Sie weniger in die Ärgerfalle tappen. (Der Autor führt am 6.4.2013 im Zürcher Technopark einen Stressbewältigungs-Workshop durch zum Thema: „Mit Mikropausen entspannt und leistungsfähig durch den Arbeitstag“.)


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Claude Weill

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