Wirtschaft
Veröffentlicht vor 5 Jahre

Droht die Schweiz an ihrer Attraktivität zu ersticken?

Immobilienkrise – welche Immobilienkrise? Auch als die von der Subprime Loan-Krise ausgelöste Immobilienkrise von den USA nach Europa überschwappte und in Ländern wie Spanien zum Niedergang des Bau- und Immobiliensektors führte, spriessten in der Schweiz die Baukräne nur so aus dem Boden. Die Schweiz zieht als sicherer Hafen nicht nur die Vermögen der Reichen an, sondern wird mehr und mehr zum Magnet für Menschen aus aller Welt.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Natur und Schönheit des Landes, wirtschaftliche wie politische Stabilität und Sicherheit, eine vorbildliche Infrastruktur, eine hohe Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, niedrige Arbeitslosigkeit verbunden mit tiefen Steuern ziehen Unternehmen wie Privatpersonen aus aller Welt in die Schweiz. Doch droht die Schweiz an ihrer eigenen Attraktivität zu ersticken? Können sich die Schweizer angesichts der boomenden Immobilienpreise selbst bald nicht mehr das Leben im eigenen Land leisten?

Die kleine Schweiz stösst augenscheinlich mehr und mehr an ihre räumlichen Grenzen. „Wir haben keine zweite Schweiz im Keller“ umreisst der Lausanner Stadtpräsident Daniel Brélaz treffend das Problem. Noch nie war der Boden so knapp und das Problem verschärft sich zusehends. Von den 18’000 Quadratmetern Nutzland wurden zwischen 1983 und 2007 rund 600 Quadratkilometer zugebaut“ beschreibt Paul Schneeberger in seinem Essay „Nebenwirkungen der neuen baulichen Dichte“ in der NZZ vom 26. März 2011 das Problem. Mit dem Zustrom der Menschen und dem wachsenden Raumbedarf pro Kopf, steigt auch der Bedarf an Strassen, Infrastruktur und Verkehr.

Allein in Zürich gibt es jährlich 200’000 Wohnungswechsel. Bis 2020 soll die Schweizer Bevölkerung von 7,8 auf fast 9 Millionen Einwohner anwachsen. Diese leben in einem Land , das nur 41 285 Quadratkilometer umfasst. Pro Sekunde wird heute in der Schweiz ein Quadratmeter Land verbaut. Pro Tag sind das zehn Fussballfelder. Der Platzbedarf wächst unaufhörlich: 50 Quadratmeter beansprucht eine Person heute, doppelt so viel wie vor 50 Jahren. Im Jahr 2008 gab es von 16 678 neu gebauten Wohngebäuden 70 Prozent Einfamilienhäuser. Damit vergrössert sich zwar der Wohnraum, gleichzeitig werden Neben- und Lagerräume wie z.B. Keller und Estrich immer knapper.

Diese Entwicklung gräbt nicht nur der Natur den Boden ab, sondern gefährdet auch die Entfaltungsfreiheit und Individualität. Das Zusammenleben auf einem immer enger werdenden Raum stellt neue Herausforderungen an Raumplanung und Architektur wie auch an jeden Einzelnen. Umdenken und sich Einschränken sind angesagt. Nur so kann die Schweiz ihre hohe Anziehungskraft auf Dauer behalten.

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Christian Schmutz

Name Christian Schmutz
Position CEO Zebrabox
Firma Zebrabox Self Storage AG
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