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Veröffentlicht vor 2 Jahre, 1 Monat

Eine Lanze für den Powernap

Ungeachtet der Ergebnisse aus der Schlafforschung verzichten die meisten Unternehmen, ihren Mitarbeitenden während der Arbeit Gelegenheit für Ruhe und Entspannung einzuräumen. Dabei bewirkt ein kurzer Powernap wahre Wunder.

Vor 50 Jahren hatten unsere Väter bzw. dessen Väter noch zwei Stunden Mittagszeit. Die Arbeitswege waren kürzer und der „Ernährer“ kam über Mittag nach Hause. Nach dem Mittagessen legte er sich, während die Mutter den Abwasch machte, für zwanzig Minuten aufs Ohr. Niemand zweifelte daran, dass der kurze Mittagsschlaf (bei aller Ungerechtigkeit gegenüber der abwaschenden Mutter) dem Vater gut tat.

Nutzen wissenschaftlich belegt

Heute belegen zahlreiche Untersuchungen aus der Schlafforschung, dass der zum „Powernap“ beförderte Mittagsschlaf müde Männer und Frauen für den Nachmittag tatsächlich wieder munter macht. Die Erholung braucht es, weil bei den meisten Menschen um 12 und 15 Uhr die Leistungskurve absinkt. „Ein Kurzschlaf von 10 bis 20 Minuten Dauer bewirkt eine Reduktion der Schläfrigkeit, regeneriert Körper und Geist und verbessert die Leistungs-, Konzentrations- und Merkfähigkeit“, zitiert Corinne Päper von der Klinik für Schlafmedizin in Zur-zach die wichtigsten Ergebnisse aus der Forschung. Wer „nappt“, ist psychisch ausgeglichener. Seine und ihre Eigenmotivation und Zufriedenheit steigen.

Ausgeruht weniger Fehler

Die kurze Ruhepause senkt auch die Fehlerquote. Eine Studie der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigt, dass Piloten, die zwischendurch kurz schlafen, die besseren Piloten sind: Ihre Reaktionszeit ist um 16 Prozent kürzer als die ihrer Kollegen. Seither verordnet die Nasa ihren Piloten mittags ein Schläfchen. Arbeitgeber wären also gut beraten, auf das Ruhebedürfnis ihrer Mitarbeiter Rücksicht zu nehmen. Ein 14 - 20 m2 grosser Ruheraum mit einigen Liegen oder aufrollbaren Matten genügt vollauf. Wenn der Platz für einen separaten Ruheraum fehlt, haben doch die meisten Unternehmen ein Konferenzzimmer, das nicht ständig belegt ist. Wichtig ist nur, dass man beim Powernappen nicht gestört wird.

Sorgfältige Einführung wichtig

Die Erfahrung zeigt allerdings, dass „Powernappen“ in Betrieben sorgfältig eingeführt werden will. Zu zeigen, dass man müde ist und eine Pause braucht, statt mit den anderen Essen zu gehen, erfordert mitunter Mut. Niemand will von den Arbeitskollegen und von seinen Vorgesetzten als „Weichei“ eingestuft werden. Damit das Angebot zum Powernappen im Betrieb genutzt wird, muss es Teil der Unternehmenskultur sein. An der Unternehmensleitung ist es, zu signalisieren: „Ein Kurzschlaf über Mittag ist etwas Gutes. Uns liegt viel an ausgeruhten, leistungsbereiten Mitarbeitenden.“ Weshalb also als CEO nicht mit gutem Beispiel vorangehen und sich über Mittag 15 Minuten hinlegen - es muss ja nicht im öffentlichen Ruheraum sein. Wichtig ist nur, dass alle den Powernap des Chefs mitbekommen!

Was man beim Powernappen beachten sollte

  1. Falls Sie Ihren Mittagsschlaf nicht im firmeneigenen Ruheraum machen können, achten Sie darauf, dass Sie nicht gestört werden. Türe abschliessen, Telefon, Handy und Signalton Ihres E-Mail-Eingangs deaktivieren. 
  2. Wenn Sie können, dunkeln Sie Ihr Büro etwas ab oder benutzen Sie eine Augenbinde.
  3. Wenn Sie kein Bett, Sofa oder eine Liege zur Verfügung haben, tut es auch eine Matte. Powernapping funktioniert auch mit zwei Stühlen. Auf einem sitzen Sie, auf den anderen legen Sie Ihre Beine. Den Kopf senken Sie auf Ihre Brust. Sie können aber auch einfach die Arme auf dem Schreibtisch verschränken und den Kopf seitlich darauf legen.
  4. Sie sollten nicht länger als 20 Minuten nappen, sonst riskieren Sie, in Tiefschlaf zu verfallen. Beim Aufwachen fühlen Sie sich dann müder als vorher!
  5. Der Erholungseffekt stellt sich auch dann ein, wenn Sie nicht richtig schlafen, sondern sich nur im Halbschlaf befinden. Dabei können Gedankenfetzen oder Bilder aufsteigen.
  6.  Es gibt auch Personen, die nach ganz kurzer Schlafdauer schlecht aufwachen. Im Fachjargon heisst das Schlafträgheit. Sie können von einem Kurzschlaf nicht profitieren. Schlafforscher raten diesen Personen sich gleichwohl hinzulegen ohne zu schlafen. Meist stellt sich auch ohne Einschlafen ein Erholungseffekt ein.
  7. Überlegen Sie sich eine gute Weckstrategie. Albert Einstein, ein bekennender Nickerer, soll stets einen Schlüsselbund in die Hand genommen haben, der nach einiger Zeit herunterfiel und ihn so wieder weckte. Sie können aber auch den Alarm an Ihrem Handy stellen.
  8. Schalten Sie zusätzlich zum Powernap während Ihres Arbeitstages immer wieder Mikropausen ein. Das sind Pausen von wenigen Sekunden bis ein paar Minuten. Schliessen Sie die Augen, atmen Sie tief durch und nehmen Sie innerlich einen Moment Abstand von Ihrem Tun.
  9. Ein Kurzschlaf am Tag ist kein Ersatz für den Schlaf in der Nacht. Die meisten Menschen brauchen sieben bis acht Stunden. Bestehende Schlafstörungen soll man behandeln.
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Claude Weill

Name Claude Weill
Position Inhaber
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CH-8004 Zürich
Telefon +41 (0)44 242 37 23
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